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Internetauftritt

Erfolgreich im Internet


Dass es nicht reicht, die Unternehmensbroschüre ins Internet zu stellen, haben selbst hartleibige Firmenchefs mittlerweile begriffen. Trotzdem tun sich Mittelständler immer noch schwer dabei, die Möglichkeiten des Mediums effektiv zu nutzen. Einer der häufigsten Fehler ist, Werbung mit Information zu verwechseln: Kaum ein Internet-Nutzer besucht eine Firmen-Website, um sich von Marketing-Floskeln berieseln zu lassen. In der Regel sucht er Informationen zu speziellen Themen – sei es als Kunde, als Lieferant, als potenzieller Bewerber oder als Journalist.


Fakten, Fakten, Fakten

Darum kommt kein professioneller Website-Betreiber darum herum, zumindest die wichtigsten Fakten über sein Business zu präsentieren – und zwar so, dass sie leicht gefunden werden können. Bei aller Freude an kreativen Online-Experimenten: Es schadet nie, sich an allgemein üblichen und gelernten Navigationsstrukturen zu orientieren. Dazu gehört beispielsweise der Menüpunkt „Kontakt“, der möglichst schon auf der Startseite direkten Zugriff auf Anschrift und Telefon- und Faxnummern sowie E-Mail-Adresse bietet. Idealerweise werden dort auch Ansprechpartner für bestimmte Geschäftsbereiche aufgelistet, etwa für Vertrieb, Einkauf oder Presse. Dass es ein Impressum auf der Homepage gibt, versteht sich von selbst, denn das gebietet nicht nur die Netiquette, sondern auch der Gesetzgeber. Das 2007 verabschiedete Telemediengesetz verlangt hier u.a. Angaben zu Vertretungsberechtigten (bei juristischen Personen), Umsatzsteueridentifikations- und Handelsregisternummern. In der Praxis haben sich weitere Navigationsprinzipien eingebürgert. So sollten sich sich nie mehr als sieben Menüpunkte auf einer Navigationsebene befinden, die jeweils kurz und klar benannt sind. Ähnlich klingende Bezeichnungen wie „Info“ und „News“ stiften nur unnötige Verwirrung.

Gesucht und gefunden

Allerdings ist auch die nutzerfreundlichste Seite nur beschränkt brauchbar, wenn sie im Web nicht gefunden wird. Schon bei der Programmierung sollte es Suchmaschinen darum so einfach wie möglich gemacht werden. Saubere HTML-Befehle und präzise Schlagworte („Meta Tags“) sind Grundvoraussetzungen dafür, dass eine Website schnell und sicher von Google & Co erfasst wird. Daneben gibt es noch eine Reihe anderer Möglichkeiten, den eigenen Internet-Auftritt zu promoten, etwa manuelle Einträge in internationale Verzeichnisse wie http://dmoz.org oder die gegenseitige Verlinkung mit Geschäftspartnern oder Branchenverbänden. Das Prinzip ist einfach: Je öfter eine Webseite als Link-Ziel auftaucht, je relevanter ist sie für die Suchmaschinen und je höher wird sie dort gelistet. Unter Umständen kann es lohnend sein, einen eigenen Suchmaschinenmarketer zu engagieren. Solche Spezial-Dienstleister sorgen dafür, dass bestimmte Seiten so prominent wie möglich platziert werden.

Suchmaschinen können natürlich auch als Werbeplattformen genutzt werden. Bei Google kann man zu diesem Zweck so genannte Ad-Words buchen: Wörter oder Wortkombinationen, die im Kontext einer Suche am rechten Bildrand des Browsers angezeigt werden. Sucht ein Interenet-Nutzer beispielsweise nach „Riesling“, so erscheinen dort Anzeigen von Weinhändlern. Die Kosten richten sich nach der Anzahl Klicks auf die Anzeige, sie sind meist deutlich geringer als bei klassischen Werbemaßnahmen.

Content is King

Ist das Interesse an der Firmen-Website erst einmal geweckt, kommt es darauf an, die Online-Nutzer zu binden und zum Wiederkommen zu bewegen. Das geschieht am ehesten durch relevante Inhalte: Die Binsenweisheit „Content is King“ gilt immer noch. Regelmäßige Newsletter unterstützen die Kundenbindung und regen zum Besuch der Website an. Allerdings sind auch hier die Spielregeln einzuhalten: Unverlangte E-Mails werden schnell als Spam eingestuft und schaden dem Absender mehr als sie nützen. Content Management Systeme (CMS) helfen, Internet-Inhalte zu produzieren und zu pflegen. Ob solche Programme notwendig sind, muss jeder Mittelständler für sich entscheiden. Allerdings gibt es mit Typo3 inzwischen ein Open-Source-CMS, für das keine Lizenzgebühren anfallen. Unverzichtbar ist aber in aller Regel auch hier die Unterstützung durch professionelle Kommunikationsexperten, die zunächst einmal die verschiedenen Vorlagen („Templates“) basteln, in die die Unternehmensmitarbeiter dann ihre Texte einfach nur noch schreiben müssen.

Google: Auffindbar ohne eigene Website

Kleine und mittelständische Unternehmen, die noch immer über überhaupt keinen eigenen Internet-Auftritt verfügen, können übrigens inzwischen auch im Internet gefunden werden. „Adwords Webpages“ heißt ein neuer Service von Google, bei dem KMUs zu ihren Textanzeigen einfache Landingpages mit den wichtigsten Unternehmensdaten wie Telefonnummer, Adresse, Geschäftszeiten, den Standort und die akzeptierten Zahlungsmethoden konzipieren können. Auch ein Firmen-Logo und Fotos lassen sich einbinden.

Voraussetzung dafür ist jedoch ein Guthabenkonto bei Google Adwords. Zwar werden die Seiten nicht gelöscht, wenn das Konto des Werbekunden auf null ist, doch im Web gefunden werden können sie dann auch nicht mehr.

"Mit Adwords Webpages können Firmen ohne eigene Internetpräsenz Onlinemarketing testen, ohne in die Erstellung einer Website investieren zu müssen", verspricht Christian Baudis, Country Director von Google Deutschland. Abgerechnet werde nur im Erfolgsfall auf Pay-per-Click-Basis. Ob Unternehmen, die zu klein sind, um einen eigenen Internetauftritt zu betreiben, tatsächlich von Adwords-Anzeigen profitieren können, bleibt abzuwarten. Das Kundenpotenzial zumindest ist groß: Laut Google hat jedes fünfte kleine oder mittelständische Unternehmen keinen eigenen Online-Auftritt.



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