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Technologie / IT-Infrastruktur

IT für Einsteiger: Die Frage der richtigen Infrastruktur


Ohne Computer geht heutzutage nichts mehr: mittlerweile ist ein Büroarbeitsplatz ohne PC nicht mehr vorstellbar, auch das Internet und ein entsprechendes Email-Programm sind eigentlich schon fast Pflicht. Deshalb muss sich auch jeder Mittelständler früher oder später die Frage stellen, welche Computer-Infrastruktur er benötigt und ob die bestehende Struktur ausreichend ist.


Der Standard: PC-Clients

Dazu müssen zunächst einmal die Anforderungen festgelegt werden. Bei den meisten Unternehmen sind PC-Netzwerke im Einsatz, meist basierend auf Microsofts Office-Produkten, mit Anwendungen wie Word, Excel, und Outlook. Der Vorteil: solche Standard-PCs sind relativ günstig, und das System ist erprobt und sicher. Und die Microsoft-Produkte sind auch bei den Mitarbeitern bekannt, somit sind sie oft die erste Wahl für viele Unternehmen.
Die erforderliche Software für die typischen Mindestanforderungen einer Firma ist in Office-Pakete zusammengefasst: Das ist ein kombiniertes Paket aus Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, E-Mail-Client und einer Datenbank. Damit und mit dem entsprechenden Betriebssystem hat man die Grundausstattung für einen PC-Arbeitsplatz. Die am weitesten verbreitete Office-Lösung stammt von Microsoft, es gibt aber auch Alternativen wie zum Beispiel Star-Office oder diverse kostenlose Office-Pakete. Generell sollte man aber folgendes bedenken: Das wichtigste an einem Office-Paket ist, dass die Software-Produkte gut zusammenarbeiten. Tabellen aus der Tabellenkalkulation müssen mit wenigen Mausklicks in ein Dokument eingefügt und via Email versendet werden können. Im Unternehmens-Netzwerk müssen die Mitarbeiter untereinander bei Projekten an den gleichen Dokumenten arbeiten können, ein weiterer Grund für einheitliche Lösungen.

Betriebssysteme der Desktop-Computer

Von Microsoft sind derzeit drei Office-Versionen im Umlauf: Angefangen mit Office 97, dem ersten Office-Paket, das von Microsoft mittlerweile nicht mehr erweitert oder unterstützt wird. Sehr verbreitet ist das Office 2000-Paket, das auch die letzte Office-Version darstellt, die auch noch ohne Registrierung läuft. Bei den aktuellen Office-XP und Windows XP Produkten ist eine Registrierung für jeden Arbeitsplatz via Internet oder Telefon zwingend erforderlich, da die Software ansonsten nach einer bestimmten Zeit die Funktionalität einstellt.
Bei den Betriebssystemen der Desktop-PCs gibt es von Microsoft grundsätzlich zwei Produktschienen: Die Betriebssysteme Windows 95, 98 und 98 Second Edition sind vor allem für den Privat-User ausgerichtet und arbeiten mit “kooperativen” Multitasking. Das heißt, jedes Programm kann selbst entscheiden, wie lange es den Prozessor beanspruchen möchte, nach Ablauf dieser Zeit wird der Prozessor für andere Anwendungen frei gegeben. Dieser Wechsel im Prozessor-Kernel läuft im Millisekundentakt ab, somit entsteht für den User der Eindruck des Multitasking, also dass mehrere Anwendungen gleichzeitig arbeiten. Probleme können hier aber auftreten, wenn ein Programm einmal abstürzt: Dann kann es nämlich unter Umständen den Prozessor nicht mehr rechtzeitig freigeben, und somit kommt es zu einem kompletten Absturz des Systems.
Anders funktionieren die Betriebssysteme Windows NT, Windows2000 oder Windows XP, aber auch Unix oder Linux: Hier gibt es ein “präemptives” Multitasking, dass heißt, das Betriebssystem bestimmt welche Anwendung welche Rechenleistung bekommt, stürzt ein Programm ab, so belastet es nicht mehr das System, und es muss lediglich die entsprechende Anwendung neu gestartet werden. Das System läuft somit viel stabiler, ein Grund warum die moderneren Betriebsystem alle mit preemptiven Multitasking arbeiten.

Linux: die kostenlose Alternative?

Das Betriebssystem Unix bzw. der kostenlose Vetter Linux findet derzeit in Unternehmen als Server-Betriebssystem oder in Spezialbereichen Anwendung. Bei Linux gab es in den letzten Jahren aber vermehrt Anstrengungen, zu einer echten Alternative für den Desktop-PC zu werden. Linux wird von einer Open-Source-Gemeinde im Internet ständig weiterentwickelt, das heißt es arbeiten tausende Programmierer an der Verbesserung des Systems, das aber entsprechend den Open-Source-Regeln trotzdem stets kostenlos bleibt. So können bereits vollwertige Linux-Arbeitsplätze eingerichtet werden, ohne auch nur einen Cent für Lizenzgebühren zu bezahlen. Ganz kostenlos ist Linux aber trotzdem nicht, rechnet man die Kosten für Schulungen, Dokumentation und Konfiguration hinzu. Ein Linux-System ist immer noch mit einem hohen technischen Aufwand verbunden – die entsprechenden Experten sollten unbedingt im Haus sein.


Immer noch im Einsatz sind auch Zentralrechnerarchitekturen wie die ehemalige AS 400-Plattform von IBM, heute iSeries genannt. Was auf den ersten Blick anmutet wie ein Überbleibsel aus den 70erJahren, wo Zentralcomputer-Architekturen sehr verbreitet waren, hat in bestimmten Bereichen immer noch enorme Vorteile. Anders als beim Client-Server Modell können hier auch “dumme” Terminals – sogenannte “Thin Clients” – angeschlossen werden, die ohne den Zentralrechner eigentlich gar keine Computer sind. Ein solches Terminal besteht nur aus einem Bildschirm und einer Tastatur, sämtliche Rechenleistungen finden am Zentralrechner statt, dort werden auch alle Daten abgespeichert. Und hier werden auch schon die Vorteile deutlich: Es gibt eine zentrale Ablage aller Daten, die einfach gesichert und gewartet werden können. Geht ein Terminal kaputt, kann man es problemlos tauschen, da sämtliche Daten im Zentralrechner liegen, gibt es ein Software-Update müssen die Clients nicht mit neuer Software konfiguriert werden. Anders als in den 70er Jahren können mittlerweile natürlich auch sämtliche anderen Computer wie Notebooks oder Standard-Rechner an das Netzwerk angehängt werden. Diese Faktoren machen diese Zentralrechnerarchitektur beim Mittelstand beliebt, wo eine bestimmte Anwendung für viele Nutzer zugänglich sein muss, wie beispielsweise in der Buchhaltung oder Warenwirtschaft.

Mitarbeiter als Gefahrenquelle

Beim Client-Server Modell können die Mitarbeiter ihre Desktop-PCs hingegen selbst konfigurieren, und manchmal sogar neue Software oder Spiele installieren, was nicht unproblematisch ist. Hier liegt ein potentielles Sicherheitsrisiko für jedes Unternehmen, die meisten Viren oder anderen bösartigen Programme werden nämlich von Mitarbeitern aktiviert oder installiert. Hier sollten die hausinternen Techniker ein strenges Auge auf die Rechner haben, und am besten keine Software von Mitarbeitern installieren lassen. Auch generell sollte die Sicherheit in der IT-Infrastruktur ein Thema sein: Einer Studie von Digital-Research zufolge stellen verärgerte oder ehemalige Mitarbeiter ein größeres Risiko für die Computersicherheit in Unternehmen dar, als Hacker oder Viren. Das größte Sicherheits-Problem ist die nachlässige Vergabe von Zugriffsrechten. Oft haben Mitarbeiter Zugang zu Daten, die sie nicht betreffen, gaben 57 Prozent der Befragten zu. 43 von 100 berichten sogar von Nutzerzugängen, die auch nach dem Ausscheiden des Mitarbeiters aus der Firma noch aktiv sind. Ein Grund also, die Mitarbeiter in den Sicherheitsplan jedes Unternehmens mit einzuplanen.
Generell sollte man sich Gedanken darüber machen, wie unternehmenskritische Daten geschützt werden, insbesondere bei einer Client-Server Architektur. Nicht nur vor Viren oder (Ex-)Mitarbeitern, sondern auch gegen technisches Versagen. Daten werden im Computer auf einer lokalen Festplatte gespeichert, und diese wird eines Tages versagen. Das kann erst in 10 Jahren sein, oder nach 10 Tagen, ein genaues Ablaufdatum für Festplatten gibt es leider nicht. Eines lässt sich jedoch mit Gewissheit sagen: Eines Tages geht jede Festplatte kaputt.
Daher müssen Sicherungskopien der wichtigsten Dateien angefertigt werden. Machen Sie den Mitarbeitern klar, dass betriebsrelevante Daten im Netzwerk abgespeichert werden und nicht auf den lokalen Festplatten der Rechner. So können Sie einfach gesichert werden. Dabei sollten Sie folgende Struktur im Auge behalten: Trennen Sie “unwichtige” Daten, wie Betriebsystem, Software wie Textverarbeitung und Tabellenkalkulation von den “wichtigen”, also unternehmensrelevanten Daten. Warum das Betriebssystem “unwichtig” ist? Nun, das können Sie in einer halben Stunde wieder installieren. Aber woher bekommen Sie die Jahresbilanz oder die Buchhaltungsdateien wieder, wenn diese einmal verloren sind?

Trennen Sie wichtige und unwichtige Daten

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter wichtige Daten nicht lokal auf ihrem Desktop-Computer, sondern auf einen bestimmten Platz im Netzwerk abspeichern. Sammeln Sie sämtliche wichtigen Daten an einer Stelle, dort können Sie dann relativ einfach Sicherheitskopien – auf CD-Rom, Datenbänder oder andere Festplatten – anfertigen. Mit diesen Sicherheitskopien können Sie nach einem “Unfall” die Daten wieder herstellen. So könnte zum Beispiel ein kleines Sicherheitskonzept aussehen, natürlich sollten Sie das lieber mit einem Experten maßgeschneidert für Ihr Unternehmen entwickeln. Denn nun treten weitere Probleme auf: Wie sind die Daten auf dem Netzwerkrechner gegen Missbrauch geschützt? Was machen Sie bei einem Brand oder einem Einbruch? Hier wird klar, warum Sicherungsbänder nicht neben dem Server gelagert werden sollten.

ASP: Software zum mieten

Je größer Ihr Computer-Netzwerk wird, umso teurer wird es werden. Größere Netzwerke setzen aufwändigere Strukturen und Sicherheitssysteme voraus, und die Software-Lizenzgebühren wachsen in den Himmel. Da kann es bei manchen Software-Produkten schon sinnvoll sein, auch einmal Application Service Providing (ASP) in Anspruch zu nehmen. Das Prinzip ist hier ganz einfach: Anstatt sich immer die neueste Software zu kaufen, und regelmäßig für Updates zu bezahlen, mieten Sie einfach die Software und können sie beispielsweise über das Internet nutzen. Sie sparen sich die Updates und können von jedem Computer auf den Service zugreifen.
Apropos Internet: Auch hier sollten Sie sich überlegen, was für Ihr Unternehmen das beste ist. Bei den Providern herrscht ein harter Preiskampf, trotzdem empfiehlt es sich nicht unbedingt den billigsten zu nehmen. Lassen sie den Preis außer acht – es geht meist ohnedies nur um ein paar Euro mehr oder weniger - und nehmen Sie den zuverlässigsten, am besten aus der Region, dem sie am meisten vertrauen. Spätestens wenn einmal das Netz ausfällt, oder andere Probleme auftreten, werden sie das Service zu schätzen wissen.



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